News - Optische Telegraphie in Preussen 1832 - 1852

Station 37    Haaren  Entfernung zur Station 38 = 14,2 km  
Diese Telegraphenstation in der Brencker Marck bei Hären (heute Haaren) wurde auf königlichen Forstboden errichtet, so dass eine Entschädigung hierfür nicht anfiel. Für die Anlage der Station benötigte man insgesamt 187 Quadratmeter zu einem Preis von 2224 Taler. Sie lag am Rande des Forstdistriktes Klus auf einer Höhe von 380 Meter, von der aus man in etwa 15 Km Entfernung die Station 38 bei Hemmern und in rund sechs Km Entfernung die Station 36 bei Helmern beobachten konnte. Der Baubeginn der Nachbarstation Helmern lässt sich durch den Antrag des Adam Fromme datieren, der
„ entschädigt werden will für den behuf des Baues am 29. Juli 1833 abgemähten einen Morgen grünen Roggen“. Zur gleichen Zeit wird auch die Station Haaren entstanden sein. Die Einmessung der Station aus dem Jahre 1845 zeigt einen T-förmigen Grundriss: Ein rechteckiges Wohngebäude von 12 Meter Länge und 7,50 Breite, in dessen Südfront ein quadratischer turmartiger Erker von etwa drei Meter Kantenlänge eingefügt war. Auf diesem Turm stand der sechs Meter hoher Signalmast mit sechs schwenkbarer Flügel.

Haaren. Bruchsteinrest
Alter Standort mit Bruchsteinen

Haaren, das alte Forsthaus
Haus "Telegraoh", Wiederaufbau des altes Hauses, Aufnahme um 1950

Nach Ende der optischen Telegraphie schlug mit Datum vom 30. August 1849 die Telegraphendirektion in Berlin der Regierung in Minden vor, “die Station der Forstverwaltung als Wohnung für den Förster zu überlassen, andernfalls müsste sie auf Abbruch verkauft werden.“ Nach dem sich dann die Forstverwaltung (Oberförsterei Böddeken) um die Übernahme der Station bemühte hat, genehmigte der Finanzminister den Ankauf für 250 Taler.

Im Jahre 1861 brannte die Forstwohnung aus und wurde für 5105 Mark ohne Turm, größtenteils neu und wesentlich vergrößert, wieder aufgebaut. Der Keller wurde erweitert und die Südseite erhielt insgesamt sechs Fenster. Nach diesem Umbau deutete nichts mehr auf das Aussehen der alten Telegraphenstation hin. Im Jahre 1957 wurde dann das alte Forsthaus „Telegraph“ abgerissen und man erbaute wenig später ein neues Haus etwa zwei Kilometer von dieser Stelle entfernt. Im Volksmund hieß auch dieses Forsthaus aber weiterhin „Telegraf“. Von dem alten Forsthaus blieben einige Grundmauern, ein verwilderter Garten und der wunderschöne Blick zur Egge und zum Sauerland.

Text und Bilder: Rudolf Koch
Weiterer Quellennachweis: Haaren 1000 Jahre von Wedeking Jost

Nach einer Information von Bernhard Lötfering ist für das Jahr 2014 geplant, eine Tafel und einen Wegweiser aufzustellen. Für eine dazu geplante Mastattrappe am historischen Standort liegt bereits die Baugenehmigung vor.
Außerdem planen die Heimatforscher, einen Radweg im schönen Paderborner Land zu markieren, der alle fünf Stationen miteinander verbinden soll. Als Wegweiser für die Telegraphenradler wird ein Flyer gedruckt werden.

 

 

Haaren liegt auf der Paderborner Hochfläche. Der höchste Punkt der Ortschaft liegt auf 388 m ü. NN. Der Ortsname besteht aus dem allgemein gehaltenen Bestimmungswort har, das bedeutet Höhe, dies ist auch vom Haarstrang bekannt und einem Grundwort wie Harn, Harun, Haran oder Haram.

Das Dorf wurde 975 erstmals urkundlich erwähnt und zählt zu den sehr alten Siedlungen des Gebietes. Die frühe Besiedlung war durch die verkehrsgünstige Lage gegeben, denn hier kreuzten sich Handels- und Heerstraßen, die wichtigste war der Frankfurter Weg. Bekannt ist das Autobahnkreuz Wünnenberg-Haaren, der Bundesautobahn 44 (Dortmund–Kassel) und der A 33 (Osnabrück–Bielefeld–Wünnenberg–Haaren).

Vor dem 1. Januar 1975 gehörte die damalige Gemeinde Haaren zum Amt Atteln im Kreis Büren. Mit Inkrafttreten des Sauerland/Paderborn-Gesetzes wurden die vier Gemeinden Bleiwäsche, Fürstenberg, Leiberg und Wünnenberg des Amtes Wünnenberg mit den drei Gemeinden Elisenhof, Haaren und Helmern des Amtes Atteln zur neuen Stadt Wünnenberg zusammengelegt, Kreis Paderborn. Rechtsnachfolgerin der Gemeinde Haaren wurde die neue Stadt Wünnenberg, die heute den Namen Bad Wünnenberg trägt.

www.bad-wuennenberg.de