Optische Telegraphie in Preussen 1832 - 1852

Station 4 Potsdam, Telegraphenberg Entfernung zur Station 5 = 12,2 km  
Auf den Resten der 1813 wegen der napoleonischen Bedrohung aufgeworfenen Hauptschanze wurde im Herbst 1832 die Station 4 der Königlich-Preußischen Optischen Telegraphenlinie errichtet.
Mittels sechs paarweise angeordneten Flügeln gelangten die chiffrierten Nachrichten bei idealer Sicht über insgesamt 62 Stationen innerhalb 1,5 Stunden ins Rheinland. Eingerichtet war die dem Militär unterstellte Linie allerdings für schnelle Reaktionen bei Volksaufruhr in den Rheinprovinzen bzw. bei feindlichen Handlungen von Frankreich her. Aber es wurden auch internationale Nachrichten, z. B. harmlose über die Geburt von Prinzen, oder brisante Informationen zu den Revolutionsergebnissen im Februar 1848 schnell von Paris nach Berlin gesendet. Die Nachrichten zu der Februarrevolution lösten Jubel unter der Bevölkerung aus und haben den revolutionären Elan in Preußen für die Märzrevolution beflügelt.
Zum 175. Jubiläum der Optischen Telegraphie wurde auf dem Potsdamer Telegraphenberg zwischen den wissenschaftlichen Instituten ein maßstabsgerechter und funktionstüchtiger Nachbau der Signalanlage des Telegraphen aufgestellt aufgestellt. Dessen Einweihung fand in der Öffentlichkeit am 19. Juni 2009 statt.

Die Interessengemeinschaft Optische Telegraphie ist um die weitere Erforschung der Telegraphenlinie bemüht und präsentiert gern in Vorträgen und zu angegebenen Terminen die Funktionsweise des Telegraphen.

Die ehrenamtlichen Mitglieder:
Dr. Ludwig Grunwaldt,
Alexander Lachmann (Sprecher),
Dr. Klaus Arlt, Uwe Hohn,
Björn und Elke Lewerenz,
Dr. Manfred Menning,
Prof. Jürgen Paech (Text und Abbildung in der Mitte),
und Maria Stolz

Veranstaltungshöhepunkt in jedem Jahr im Juni:
Die Nacht der Wissenschaften

Die originale Position der Telegraphenstation konnte neuerdings von Prof. Dietrich & Team aufgrund von Winkelmessungen aus den 1840er Jahren genau bestimmt werden. Am damaligen Standpunkt stehr jetzt eine dreistämmige Feld-Ulme auf der Anhöhe.
Eingang zum Wissenschaftszentrum Telegraphenberg Potsdam
Am Eingangstor zum Telegraphenberg

Informationstafel der Telegraphenlinie in Potsdam
Informationstafel

Fotos: Albert Schwarz

Der Telegraph neben einem Wissenschaftsgebäude
Ein Spaziergang über den Telegraphenberg ist auch im Winter reizvoll...

 

Film des RBB über die Geschichte des Telegraphenbergs

Über den Verkauf des Telegraphengebäudes hat Dr. Hoebbel im Potsdamer Stadtarchiv und in den Berliner Adressbüchern einige Angaben gefunden. Hier zu lesen mit Klick auf den Button

 

Der Telegraph im Winter
Es kann noch so viel Schnee fallen...

die Stellräder des Telegraphen
Die Stellräder im Ruhezustand