Optische Telegraphie in Preussen 1832 - 1852

Station 9    Zitz   Entfernung zur Station 10 = 14,8 km  

Telegraphenhaus  Telegraphenhaus

Nördlich von Zitz lag die Telegraphenstation auf dem Steinberg zwischen den Orten Kirchmöser und Dretzel. Seit Jahren war der Heimat-und Kulturverein von Zitz bemüht, die Geschichte der königlich preußischen Telegraphenlinie lebendig werden zu lassen. Am 19. Oktober 2013 wurde von der Leiterin des Vereins Roswitha Matthies mit einem kleinen Festakt eine Informationstafel enthüllt. Zur musikalischen Umrahmung sangen die Kindergartenkinder ein neues Telegraphenlied.

Zitz, Informationstafel
Informationstafel, rechts eine Telegraphenattrappe

Das Ehepaar Bode hatte schon vor Jahren alte Aufzeichnungen zusammen getragen. So war im "Jerichower Kreisblatt" eine alte Annonce zu finden, die auf das alte Telegraphengebäude hinwies.

Zitz, Dorfansicht
Dorfansicht von Zitz


Postkarte um 1900


Leider ist nicht bekannt, in welchem Jahr der Abriss des Gebäudes erfolgte.

Der kleine Ort Zitz liegt umgeben von Feldern in einer leicht hügeligen Landschaft am Rand des Fiener, dem großen Niederungsmoor. Der Fiener wurde in alten Aufzeichnungen als Sumpfland beschrieben. Nach der Anordnung von Friedrich II. zum Ausbau des Plauer Kanals wurde 1743-1745 das moorige Land trocken gelegt. So entstanden neue Ackerflächen und die Landwirtschaft bekam einen großen Aufschwung. Viele Bauern konnten sich ansiedeln.

In der Broschüre zum 1000-jährigen Bestehen des Ortes Zitz ist ein kleiner Abschnitt zur Optischen Telegraphie zu finden: Überliefert ist eine Depesche von O`Etzel, die speziell als Glückwunsch zum 50-jährigen Dienstjubiläum des Pastors Rauch gedacht war. Die telegraphische Depesche im Wortlaut:

Coblenz, den 7.11. 1838, früh 7 Uhr

"Dem würdigen Jubilar Den herzlichsten Glückwunsch, durch Gottes freie Luft gesendet, von dem Verehrer patriarchalischer Sitte"

O`Etzel, Major und Director der Telegraphie

Angekommen früh 7 Uhr 30 Minuten und befördert durch Schulz

 

Textinformationen: Arbeitskreis
"Chronik zur 1030" Jahrfeier"
Evangelische Kirchengemeinde Zitz
Zitz, Luftaufnahme
Nach dem preußischen Urmesstischblatt "Karow" von 1842 ließ sich der Standort mit Wort- und Telegraphenzeichen nordwestlich von Zitz genau ermitteln. Die Straße nach Dretzel führt an dem höher gelegenen Feld vorbei, einen Hinweis gibt es nicht.

Zitz, Messtisch
Zur Überprüfung der alten Messdaten diente ein Campingtisch. In der Mitte markiert ein Fundstein den Ort Zitz. Mit einem Kompass ließen sich die Richtungen zu den nächsten beiden Stationen nach den Koordinaten gut bestimmen.

Zitz, Bunter Dörferweg
Der Bunte Dörferweg
Die Landschaft macht Lust zum Wandern und Radeln.
Der Bunte Dörferweg führt von Zitz über Rogäsen, Viesen, Wusterwitz, Gollwitz und Wachau. In den Orten findet der Radler gut gestaltete Wegweiser mit geschichtlichen Legenden.

 

 

Zitz, Blick nach Dretzel
Blickrichtung ziur Station Dretzel

 

Fotos: Schwarz (2), Sellin (4)
Zitz
Blickrichtung zur Station Kirchmöser

 

www.wusterwitz.de